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Sportelektronik

Erfahrungsbericht Garmin Edge 520

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Irgendwann kommt man als Radsportler nicht mehr daran vorbei: Ein GPS gestützter Fahrradcomputer. Das derzeitige Angebot ist riesig. Eines der führenden Geräte ist momentan der Garmin Edge 520, der seit Sommer  des letzten Jahres auf dem Markt erhältlich ist. In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrungen mit diesem Tacho nach einem ausgiebigen Test mit euch teilen.  Der kleine Bruder des Garmins 820 und Garmin Edge 1000 steht den Großen nämlich in nichts nach.

Normalerweise bin ich nicht so der Technik-Freak. Bis vor kurzem besaß ich einen Tacho an meinem Rennrad, der nicht mal den Wert von zehn Euro überschritt. Gefahrene Kilometer, verstrichene Zeit und die Durchschnittsgeschwindigkeit – das war‘s. Das hat mir die vergangenen zehn Jahre ausgereicht und eigentlich hatte ich bis dato noch nicht das Gefühl, ich würde etwas vermissen.

Ich muss aber zugeben, dass ich in Sachen Orientierung nicht die Beste bin. Auch wenn ich damit ungewollt jetzt leider eines der gängigen Klischees erfülle, kann ich es nicht leugnen. Während der Ausfahrten mit den Trainingskollegen lässt es sich leider auch nicht verheimlichen, wenn ich in der Führung fahrend auf meine „Wo lang?“-Frage die Antwort: „LINKS! Wie die letzten fünf Jahre auch schon…“ erhalte. Dabei kann ich das Augenrollen meiner Mitstreiter fast schon hören. Und wie oft stand ich schon in der Pampa, weil ich falsch abgebogen bin und musste mich mit meinem Handy zurück navigieren?

Ich will jetzt gar nicht weiter auf meine Defizite eingehen. Jedenfalls habe ich des Öfteren schon links und rechts bei meinen Vereinskollegen geschielt, was sie für schöne Fahrradcomputer am Lenker justiert haben. Entsprechend wurde mein Interesse größer. Nach Befragungen meiner Mitradler und nach ausführlicher Recherche im Internet, habe ich mich für den Garmin Edge 520 entschieden.

Das Bundle vom Garmin Edge 520

Getreu nach dem Motto: Nicht kleckern, Klotzen! Habe ich mir den Garmin Edge 520 gleich im Bundle gekauft. Das bedeutet, dass der Radcomputer mit sämtlichen Zubehör geliefert wird.

Garmin Edge 520 im Bundle

  • Fahrradcomputer
  • Brustgurt für Herzfrequenzmessung
  • Trittfrequenzsensor (für die Kurbel)
  • Geschwindigkeitssensor (für die Nabe)
  • Aero-Halterung
  • USB-Ladekabel
  • Sicherheitsbändchen

Besonders praktisch finde ich die Aero-Halterung. Diese ist so konzipiert, dass der Garmin quasi vor dem Lenker schwebt. Das macht nicht nur einen netten Eindruck, es bleibt dann auch mehr Platz auf dem Lenker.

Positiv zu erwähnen ist noch, dass die Sensoren für Geschwindigkeit und Kadenz keinen Gegenmagneten mehr benötigen. Die Installation am Rad erfolgt lediglich über Spanngummis. Zeitaufwand beträgt für beide weniger als eine Minute.

Garmin Edge 520 – Installation und Inbetriebnahme

Beim erstmaligen Gebrauch wird man durch ein Grundmenü geführt, wo die typischen Daten eingegeben werden müssen. Die Handhabung ist einfach und der Durchlauf geht zügig. Der Radcomputer findet auf Anhieb alle Sensoren.

Individuelle Anpassung der Ansicht

Die Individualisierung des Geräts macht es – gerade für mich – zum Allrounder. Es gibt unterschiedliche Profile, von Training über Intervall bis zum zu Wettkämpfen. Ich finde es äußerst praktisch. Im Training sind für mich nur die Herzfrequenz und die gefahrene Zeit entscheidend. Bei Wettkämpfen jedoch darf ich auf gar keinen Fall meinen Puls sehen sondern nur die gefahrenen Kilometer. Die Anpassungsmöglichkeiten an die eigenen und persönlichen Bedürfnisse sind vielfältig.

Innerhalb der Profile ist die Ansicht auch variabel einstellbar. Bis zu zehn Informationen gleichzeitig kann man sich auf einer Seite anzeigen lassen. Ich persönlich finde vier Infos optimal – gerade wegen der besseren Lesbarkeit. Aber das ist Geschmackssache.

Allgemein lässt sich sagen, dass die Bedienung sehr einfach ist. Intuitiv konnte ich mich gut durchs Menü arbeiten.

Vorteilhaft empfinde ich, dass der Garmin Edge 520 im Gegensatz zu seinem Vorgängermodel keinen Touch-Screen mehr hat. Gerade bei Trainingsausfahrten im Regen ist eine Bedienung über simple Knöpfe um einiges sinnvoller.

Die Navigation und Fahrten mit GPS-Tracks

Es ist möglich, sich vorgefertigte Tracks und Routen auf den Garmin zu laden. Man muss sich aber bewusst sein, dass es keine „richtige“ Navigation gibt. Soll bedeuten: Man kann beim Gerät selber nicht einfach eine Zieleingabe machen und dem Gerät die Routenberechnung überlassen. Auch beim Verlassen der zuvor aufgespielten Strecke ertönt lediglich ein Warnsignal. Eine Navigation zurück erfolgt nicht.

Das Erstellen einer Strecke ist einfach. Man bedient sich hier zum Beispiel der Garmin Connect Seite oder auf Strava.com. Und auch die Übertragung auf das Gerät ist problemlos. Man muss lediglich den Radcomputer via USB-Kabel mit dem Computer verbinden und die GPX-Datei per Drag `n Drop verschieben. Es gibt auch ein großes Angebot an vorgefertigten Strecken, die man sich herunterladen kann.

Strava-Live Segmente mit dem Garmin Edge 520

Garmin Edge 520 Strava Live Segmente Mein absolutes Lieblingsgadget! Ok, es ist vielleicht eher eine Spielerei. Aber wenn es einen motiviert, einen Abschnitt schneller oder mal ein Intervall mehr zu fahren, warum nicht?

Strava ist sozusagen eine Online-Trainingsaufzeichnung für Radsportler und Läufer. Man lädt seine Touren hoch und kann sie mit seinen Freunden teilen. Diese können einen dafür „Kudos“ geben oder auch kommentieren. Wie ein normales soziales Netzwerk für die sportliche Bevölkerung. Der Clou an dieser Geschichte sind die sogenannten KOM’s /QOM’s (King of Mountain/Queen of Mountain). Hierbei ist nicht zwingend eine Bergwertung gemeint, sondern ein X-beliebiger Abschnitt.

Länge und Steigung sind fast egal, es gibt nur einen Startpunkt A und einen Zielpunkt B. Jeder kann solche Segmente erstellen und die Jagd ist eröffnet. Und anschließend gibt es eine Rangliste, wer diesen Abschnitt in der schnellsten Zeit bewältigt hat. Und der schnellste ist dann halt der KOM oder QOM. Man wird netterweise auch von der App gezielt benachrichtigt, wenn ein anderer Fahrer einem diesen KOM geklaut hat. Es ist sozusagen ein lokaler Radler-Krieg.

Das Schöne am Garmin Edge 520 ist, dass man sich dieses Segment Live auf den Display anschauen kann. Und zur besonderen Motivation sieht man nicht nur sich selbst, sondern auch den „Feind“ auf der Karte als Punkt dargestellt, den man jagen muss. Sogar der Vorsprung bzw. der Rückstand in Echtzeit wird angezeigt. Man muss nur zuvor das Segment als Favorit markieren. Ein riesen Spaß.

Garmin Edge 520 – weitere Optionen

Die Bluetooth – Verbindung mit dem Handy bringt auch einen Vorteil mit sich: Man sieht während der Fahrt, dass man angerufen wird. Und weil man sogar sieht, von wem, kann man sich entscheiden, ob man für denjenigen das Training unterbrechen möchte, oder eben nicht. SMS werden übrigens auch angezeigt, wenngleich diese heutzutage nicht mehr ganz so wichtig für die Kommunikation sind.

Weitere Features:

  • Lange Akkulaufzeit von bis zu 15 Stunden
  • Kopplung mit Ant+ Sensoren und Leistungsmesser
  • Trainingssteuerung mit Intervallen
  • Erholungszeit
  • VO2Max Schätzung

Fazit

Ich möchte den Garmin Edge 520 nicht mehr missen – mein Billig-Tacho hat definitiv ausgedient. Die Aufzeichnungen und die Auswertungen der Trainingsdaten ermöglichen eine effektivere Steuerung des Trainings. Viele Features und Spielereien motivieren zusätzlich.  Eine lohnende Anschaffung für jeden ambitionierten und begeisterten Radfahrer.

Tags : ErfahrungsberichtFahrradcomputerGarminGarmin Edge 520GPSGPS-TracksKOMKudosLive SegmenteQOMStravaTachoTest
Ines Hinrichs

Über den Autor Ines Hinrichs

Die Hamburger Deern, Anfang 30, ist selbst passionierte Radsportlerin. Seit dem sie 2007 zum ersten mal das Profi-Rennen im Rahmen der Cyclassics in Hamburg gesehen hat, ist sie von dem Radsportvirus infiziert, von dem sie bis heute nicht geheilt ist. Damals - Anfang 20 - zum Glück schon zu alt für eine Profikarriere, schlägt sie sich nun mit allen Höhen und Tiefen durch den Amateur-Radsport.

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