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Training

Saisonpause für Radsportler – macht das Sinn?

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Auch wenn Du wahrscheinlich nicht mit den Umfängen trainierst, wie ein Profiradsportler, ist vielleicht auch für Dich die Zeit für eine Saisonpause gekommen. Es gibt viele Breitensportler, die locker auf eine jährliche Kilometerleistung von 10.000 Kilometern und mehr kommen. Am Ende einer langen Radfahrsaison sind daher viele Freizeitradsportler physisch und mental reif für eine Saisonpause.

Diese Saisonpause können Radsportler ganz normal in die jährliche Periodisierung des Trainings einbauen. Nach der Rennsaison oder bei Freizeitsportlern den regelmäßigen RTFs an den Wochenenden, kann eine Übergangsperiode eingebaut werden, in der das Rad im Keller bleibt und man sich entweder einfach nur entspannt, oder alternativ in der Saisonpause auch einmal anderen Sportarten nachgeht.

Warum ist eine Saisonpause empfehlenswert?

Nach einer langen Radsaison mit mehrmaligen wöchentlichen Trainingseinheiten/Wettkämpfen, ist eine physische Regeneration empfehlenswert. Unsere Muskulatur, der passive Bewegungsapparat, aber auch unser Nerven- und Hormonsystem sollten Zeit bekommen, sich zu regenerieren. Nach einer mehrwöchigen Saisonpause kann man so mit frischem Elan und einem ausgeruhten Körper in die Vorbereitungsphase für die nächste Saison starten.

Dafür ist es aber erforderlich, dass das Radtraining für die nächsten Wochen entweder komplett eingestellt wird, oder sich nur auf kurze, wenig intensive Ausfahrten beschränkt.

Die Saisonpause soll dazu dienen, dass mögliche Überbelastungen des Bewegungsapparates „repariert“ werden können.

Gleiches gilt auch für den Hormonhaushalt. Die meisten Freizeitradsportler gehen einem normalen Beruf nach, haben Familie und müssen ihr Training in die knappe Freizeit integrieren. Das kann in Stress ausarten und zu einer vermehrten Produktion entsprechender Stresshormone führen. Ein zu viel an Stresshormonen über einen längeren Zeitraum, kann das Immunsystem schwächen und allgemein die körperliche Belastbarkeit.

Durch die Saisonpause bleibt so auch mehr Spaß für andere Aktivitäten, die auf das Hormonsystem einen positiven Einfluss haben.

Wie lange sollte die Saisonpause im Radsport dauern?

Das kann man pauschal nicht beantworten, da jeder Sportler unterschiedlich auf Trainingsreize reagiert. Bewährt hat sich aber eine Saisonpause von ca. 3-4 Wochen, wobei ab der dritten Woche schon wieder mit leichtem Training begonnen werden kann. Das ist aber auch abhängig davon, ob in der Saisonpause gänzlich auf Sport verzichtet wird, oder alternativ andere Sportarten wie Schwimmen, Laufen oder Fitnesstraining betrieben werden.

Am Anfang jeder Saisonpause empfehlen wir ein paar Tage mit kompletter Inaktivität, wo einfach nur relaxen angesagt ist.

Man kann zur Entspannung in die Sauna gehen, sich ein paar Massagen gönnen, oder einfach auch nur auf der Couch chillen. In den letzten ein bis zwei Wochen vor der Saisonpause macht es Sinn, soweit möglich, die Trainingsumfänge und auch die Intensität zu reduzieren, so dass man das Radtraining langsam ausschleichen lässt.

Welche Effekte hat eine Saisonpause?

Erst einmal zu den kurzfristig negativen Effekten einer Saisonpause für Ausdauersportler. Eine Pause von mehr als 2-3 Wochen führt zu einer Rückbildung des Blutvolumens und auch der Fettstoffwechsel läuft nicht mehr so optimal, wie in der Trainings-/Wettkampfphase. Was ebenfalls leidet, ist die Laktatverträglichkeit der Muskulatur, was dafür sorgt, dass die anaerobe Belastungsfähigkeit zurück geht.

Generell kommt es auch bei längerer Inaktivität zu einer Rückbildung von Muskelmagermasse. Sprinter verlieren so einen Teil ihrer Leistungsfähigkeit. Ein weiterer Faktor, den man berücksichtigen sollte; da der Appetit in der Regel nicht nachlässt, kann es auch durch den deutlich reduzierten Kalorienverbrauch, zu einer Gewichts- und Körperfettzunahme kommen.

Diesen, auf den ersten Blick negativen Effekten, stehen aber eine Reihe positiver Effekte entgegen, die letztendlich eine Saisonpause rechtfertigen.

1. Aufladung der physiologischen Batterien:
Trainingsreize sind zwar wichtig, um im Körper für eine Adaption und eine gesteigerte Leistungsfähigkeit zu sorgen. Der permanente physische Stress für den Körper, sorgt bei einer langen Saison aber für eine nachlassende Fähigkeit des Körpers, sich nach harten Trainingseinheiten ausreichend zu regenerieren.

Die Folge davon sind eine erhöhte Verletzungsanfälligkeit und ein physiologischer Burnouteffekt. Daher ist eine Saisonpause empfehlenswert, um dem Körper die Möglichkeit zu geben, Schäden durch Überlastung zu reparieren und zu Beginn der neuen Saison bei null zu starten.

2. Motivationsschub vor der Wintersaison:
Nicht nur der Körper ist nach einer langen Radsaison reif für eine Erholungsphase. Auch der Geist sehnt sich nach einer Pause und einer Beschäftigung mit anderen Dingen.

Da wir alle aber unseren Sport lieben, freuen wir uns nach einer Saisonpause auch wieder richtig auf den Start der neuen Saison und die dann anstehende Vorbereitungsphase. Daher ist die Saisonpause auch in Sachen Motivationssteigerung empfehlenswert.

3. Experimentiere mit der Ernährung und Deinem Material:
Die Saisonpause kann sehr gut dafür genutzt werden, dass Material gründlich zu checken, Verschleißteile zu tauschen, etc. Wer noch nie ein Bike Fitting, eine professionelle Sitzpositionsanalyse, gemacht hat, der kann das perfekt in die trainingsfreie Zeit integrieren.

Beim Bike Fitting wird der Körper zu Beginn komplett vermessen und das Bike dann optimal auf den Fahrer abgestimmt. Dazu zählen die Einstellung der Sattelhöhe, die Ausrichtung des Sattels, Vorbau- und Lenkereinstellungen, die richtige Position der Schuhplatten und gegebenenfalls Einlagen für die Radschuhe zur Stabilisierung des Fußes und für eine optimale Kraftübertragung. Mit Cleat Wedges können bei den Schuhplatten noch unterschiedliche Beinlängen ausgeglichen werden.

Außerdem kann bei der Ernährung experimentiert werden, man kann neue Gerichte ausprobieren, die z.B. in einer intensiven Trainingsphase den Körper mit ausreichend Kohlenhydraten und Protein versorgen können. Gleiches gilt für Nahrungsergänzungs Produkte. Es können unterschiedliche Energy Gels, isotonische Getränkepulver, etc. auf Magenverträglichkeit, Konsistenz, Geschmack etc. getestet werden.

Du hast noch Fragen zum Thema Saisonpause? Dann nutze gerne unsere Kommentarfunktion, wir antworten Dir umgehend.

Bildquelle: © XtravaganT – stock.adobe.com

Tags : DetrainingRegenerationSaisonpauseTrainingspause
mtber

Über den Autor mtber

Begeisterter Radsportler, egal ob Rennrad oder Mountainbike. Inhaber der Radsport-Supps Seiten. Mehr Infos über mich findest Du auch auf unserer "Über Uns" Seite.

1 Kommentar

  1. Ich komme im Schnitt auf 12000km im Jahr, verteilt auf RR und MTB. Fahre regelmäßig lange RTFs mit, bis in den Oktober. Für mich ist eine Saisonpause ab Mitte Oktober für 3 Wochen schon seit Jahren angesagt. Mal ne Weile nicht aufs Rad, einfach nur relaxen, ist schon nett. Gerade jetzt, wo ohnehin die Zeit beginnt, in der man sich aufraffen muss, bei ungemütlichem Wetter aufs Rad zu steigen. Da ich aber nicht ganz ohne Sport auskommen kann, mache ich meist nur ein paar Tage gar nix und dann geht’s weiter mit 2-3x wöchentlich Ausgleichssport. Fitness Studio und Schwimmen ist das dann bei mir. Allerdings in der Saisonpause nur Training mit leichten Gewichten, meist in Form eines Zirkeltrainings. Tut richtig gut, mein Rücken und mein Nacken danken mir das Ausgleichstraining. Kann ich nur jedem Radler empfehlen, der ein paar mehr Kilometer im Jahr abreißt.

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