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Training

Wintertraining für Rennradfahrer – welche Ausgleichssportarten bieten sich an?

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Es wird kalt, die Tage werden kürzer, dass Wetter wird schlechter – der Winter steht vor der Tür! Für uns Radsportler, die normalerweise auf den Weiten der hiesigen Landstraßen unterwegs sind, heißt es nun, den richtigen Ausgleichssport für die kalte Jahreszeit zu finden.

Was eignet sich als Wintertraining für Rennradfahrer, welche Alternativsportarten machen Sinn und dazu noch Spaß? Schließlich wollen wir alle einigermaßen fit durch den Winter kommen, um die mühsam aufgebaute Form und die hart antrainierte Fitness nicht gänzlich bis zum nächsten Frühjahr zu verlieren. Hier nun die besten Tipps für den ambitionierten Radler.

Cyclocross, Querfeldein und Mountainbike

Das Winter-Äquivalent zu unserem geliebten Straßenrenner. Die breitere Bereifung und Zug- oder Scheibenbremsen erlauben es, einem unbekannte Pfade und neue Wege zu erkunden. Man ist weiterhin an der frischen Luft und hat eine nahe Verbindung zur Natur.

Der größte Vorteil ist, dass man auch bei Schnee und Eis durch die winterliche Landschaft brettern kann. Bei einem vollgefedertem MTB macht es richtig Laune, über Stock und Stein zu fahren. Kleine Hügel und Anstiege im Gehölz, sind ein super Intervall- und Krafttraining. Durch die härtere Intensität der Trainingseinheit, reichen auch schon zwei Stunden für eine positive Formentwicklung aus.

Nicht zu vernachlässigen ist auch, wie sehr das Fahren im Gelände die Radbeherrschung fördert. Eine Fähigkeit, die sich auch im Straßenradsport als sehr vorteilhaft erweist.

Spinning + Fahrrad Ergometer

Spinningräder sind in keinem Fitnessstudio mehr wegzudenken. Auch für Nicht-Radfahrer eine super Cardio-Alternative, ein Indoor Wintertraining, dass Spaß macht. Angeleitete Kurse mit fetziger Discomusik lassen den Schweiß in Strömen fließen und man kann sich so richtig auspowern.

Von Ausdauer-, über Kraft- oder Mixkurse, wird alles angeboten. Das Schönste an den Spinningrädern: Man erkennt nicht, welchen Schwierigkeitsgrad man eingestellt hat. So kann jeder sein eigenes Tempo oder sein eigenen Widerstand fahren. Der Bewegungsablauf gleicht dem Rennrad 1:1 und durch die Imitation des starren Gangs, wird der runde Tritt optimal geschult.

Wenn in Deinem Fitness Studio kein Spinning angeboten wird, kannst Du alternativ auch ein normales Fahrrad Ergometer für Dein Alternativtraining nutzen. Ausdauertraining im Fitnessstudio ist im Winter in jedem Fall eine Alternative zu Outdoor Einheiten auf dem Bike.

Rollentrainer

Einfach sein eigenes Rad in den Rollentrainer im heimischen Wohnzimmer einspannen und losfahren. Optimal für den Feierabend oder wenn man mal weniger Zeit hat. Nach einem langen Tag im Büro noch schnell eine paar kleine Sprinteinheiten vor dem Fernseher einlegen, oder zwischen privaten Terminen am Wochenende einige Kraftintervalle fahren.

Sehr praktisch, da man keinen Umweg in ein Studio macht und das nötige Equipment zu Hause hat. Nur für lange Grundlageneinheiten braucht es allerdings eine Menge Durchhaltevermögen.

Laufen

Ganz abseits von zwei Rädern, schnüre ich persönlich gerne meine Laufschuhe. Eine gute Ergänzung für das Herz-Kreislauf-Training, denn man hat auch bei kurzen Laufeinheiten einen positiven Nutzen für die Ausdauer. Das gilt insbesondere dann, wenn man Intervalle oder Fahrtenspiele integriert.

Dafür eignet sich hervorragend eine 400m-Wettkampfbahn. Hier empfiehlt es sich zum Beispiel, eine halbe Runde Vollgas zu laufen und eine halbe Runde zu Traben. Die Intervalle können dabei beliebig verändert werden. Die Möglichkeiten sind grenzenlos, es ist Kreativität gefragt.

Das erhält den Spaß bei der Sache! Und man ist nicht so sehr vom Wetter abhängig. Ich für meinen Teil laufe auch ganz gerne mal im Regen.

Ski-Langlauf

Für den Bewegungsapparat ist Ski-Langlauf einer der besten Alternativen für den Radsportler, dass perfekte Wintertraining. Leider nur, wenn der Winter auch seinem Namen alle Ehre macht. Es werden die gleichen Muskeln angesprochen, die auch auf dem Rennrad benötigt werden. Zudem schult es die Koordination des Körpers und die Ausdauer wird bestmöglich – fern ab vom Renner – gefordert.

Bei starkem Schnee die erste Wahl. Für mich als Norddeutsche kommt das allerdingst nicht ganz so häufig vor. Aber eine gute Idee für den Winterurlaub.

Schwimmen

Schwimmen ist die ideale Ergänzung zu einem guten Wintertraining. Die Fitness sowie die Muskeln des ganzen Körpers werden gezielt und orthopädisch schonend trainiert. Als Radsportler ist es enorm wichtig, einen muskulösen und stabilen Rumpf zu haben, um gut auf dem Rad zu sitzen.

Wer sich nun so gar nicht mit Krafttraining anfreunden kann, hat hier das perfekte Pendant. Durch Variationen von verschiedensten Schwimmstilen, werden Ober- und Unterkörper gezielt gestärkt. Ebenso ist man nicht vom Wetter abhängig und anschließend kann man sein Immunsystem in der Sauna stärken.

Im Endeffekt ist es irrelevant, für welchen Ausgleichssport sich man nun entscheidet. Mal über den Tellerrand hinweg zu schauen, ist nicht nur für den Körper ein Zugewinn, auch unser Geist profitiert davon. Wenn man den ganzen Sommer über im Sattel sitzt, sollte man nicht nur dem Rennrad, sondern auch sich eine Rad-Pause gönnen.

Das bringt die nötige Motivation für die kommende Saison und hilft, durch den oftmals langen Winter zu kommen. Gerade die Veränderung im Training, bringt uns oftmals mehr voran.

Bildquellen:
© ARochau – stock.adobe.com

Tags : Alternative SportartAlternativtrainingLaufenRollentrainingSchwimmenSki-LanglaufSpinning
Ines Hinrichs

Über den Autor Ines Hinrichs

Die Hamburger Deern, Anfang 30, ist selbst passionierte Radsportlerin. Seit dem sie 2007 zum ersten mal das Profi-Rennen im Rahmen der Cyclassics in Hamburg gesehen hat, ist sie von dem Radsportvirus infiziert, von dem sie bis heute nicht geheilt ist. Damals - Anfang 20 - zum Glück schon zu alt für eine Profikarriere, schlägt sie sich nun mit allen Höhen und Tiefen durch den Amateur-Radsport.

1 Kommentar

  1. Moin.
    Ich verbringe den Winter immer im Fitnessstudio. Snowboard-Urlaub wäre zwar auch mal wieder dran, aber dafür reicht das Budget gerade nicht. Ansonsten steht sporadisches Laufen auf dem Plan (1 – 2 Mal die Woche) und ab März wieder Spinning.

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